Immobilie verkaufen: Ablauf, Bewertung, Maklerwahl

Eine Immobilie zu verkaufen ist für die meisten Menschen keine Routine. Wer sein Haus oder seine Wohnung nur ein oder zweimal im Leben veräußert, kennt weder die üblichen Fristen noch die typischen Fallstricke. Dabei summieren sich die Fehler schnell: Ein zu hoch angesetzter Preis lässt das Objekt monatelang auf dem Markt liegen, ein zu niedriger kostet im Zweifelsfall mehrere Zehntausend Euro. Wer den Ablauf kennt und frühzeitig die richtigen Entscheidungen trifft, verkauft schneller und zu besseren Konditionen.

Der Ablauf eines Immobilienverkaufs im Überblick

Ein strukturierter Verkaufsprozess lässt sich grob in fünf Phasen unterteilen: Vorbereitung, Bewertung, Vermarktung, Verhandlung und Abschluss. Allein die Vorbereitungsphase nimmt oft mehrere Wochen in Anspruch, weil Unterlagen wie Grundbuchauszug, Energieausweis, Baupläne und Teilungserklärung (bei Eigentumswohnungen) zusammengetragen werden müssen.

Der Energieausweis ist gesetzlich vorgeschrieben und muss spätestens bei der ersten Besichtigung vorliegen. Fehlt er, droht ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Viele Verkäufer unterschätzen diesen Punkt und verlieren dadurch Zeit zu Beginn des Prozesses.

Nach der Vermarktung folgen Besichtigungen, Preisverhandlungen und schließlich der notarielle Kaufvertrag. Zwischen erstem Inserat und Schlüsselübergabe vergehen im bundesweiten Durchschnitt drei bis sechs Monate, je nach Lage, Zustand und Nachfrage.

Wie der Wert einer Immobilie realistisch ermittelt wird

Die Bewertung ist das Herzstück eines erfolgreichen Verkaufs. Es gibt drei gängige Verfahren:

  • Vergleichswertverfahren: Wird vor allem bei Eigentumswohnungen und standardisierten Einfamilienhäusern angewendet. Grundlage sind tatsächlich erzielte Kaufpreise vergleichbarer Objekte aus der näheren Umgebung.
  • Sachwertverfahren: Kommt bei Häusern ohne ausreichende Vergleichsobjekte zum Einsatz. Der Wert ergibt sich aus Bodenwert und dem Wiederbeschaffungswert des Gebäudes, vermindert um Abschreibungen.
  • Ertragswertverfahren: Relevant für vermietete Objekte. Hier zählt die erzielbare Nettokaltmiete abzüglich Bewirtschaftungskosten, kapitalisiert über die Restnutzungsdauer.

Online-Bewertungstools liefern allenfalls grobe Orientierungswerte. Sie berücksichtigen weder den Zustand der Heizungsanlage, noch ob der Grundriss zeitgemäß ist oder das Grundstück einen Altlastenvermerk trägt. Ein erfahrener Gutachter oder ein ortskundiger Makler, der den lokalen Markt kennt, kommt auf deutlich präzisere Ergebnisse.

Ein konkretes Beispiel: Eine 100-Quadratmeter-Wohnung in einer mittelgroßen Stadt kann je nach Mikrolage innerhalb derselben Postleitzahl um 20 bis 30 Prozent im Wert differieren. Nähe zur Hauptverkehrsstraße, Baujahr des Gebäudes und Sanierungsstand sind dabei oft entscheidender als die reine Quadratmeterzahl.

Makler oder privater Verkauf: Was rechnet sich wirklich?

Viele Eigentümer überlegen, ob sie die Maklerprovision sparen können, indem sie die Immobilie selbst verkaufen. Das kann funktionieren, erfordert aber erheblichen Zeitaufwand, Verhandlungsgeschick und Kenntnisse im Vertragsrecht. Wer beruflich stark eingebunden ist oder emotional an der Immobilie hängt, tut sich bei Verhandlungen schwer, sachlich zu bleiben.

Seit der Neuregelung 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Maklerprovision in der Regel hälftig. Üblicherweise liegt die Gesamtprovision zwischen 5,95 und 7,14 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer, je nach Bundesland. Bei einem Verkaufspreis von 400.000 Euro bedeutet das für den Verkäufer etwa 12.000 bis 14.000 Euro. Wer durch die professionelle Vermarktung aber 15.000 bis 20.000 Euro mehr erzielt, hat die Provision rechnerisch mehr als ausgeglichen.

Regional verwurzelte Makler kennen die lokale Nachfragesituation, haben Interessentenlisten und können realistische Verkaufspreise einschätzen. Ein gutes Beispiel dafür sind Anbieter wie Löwenherz Immobilien aus Heilbronn, die als ortsansässige Dienstleister den Markt ihrer Region genau kennen und auf ein bestehendes Käufernetzwerk zurückgreifen können.

Worauf Sie bei der Maklerwahl achten sollten

Nicht jeder Makler arbeitet gleich sorgfältig. Ein paar Kriterien helfen bei der Auswahl:

  • Referenzen und Erfahrung: Wie viele vergleichbare Objekte hat der Makler in den letzten zwölf Monaten in der Region verkauft?
  • Bewertungsgrundlage: Seriöse Makler nennen eine nachvollziehbare Bewertungsmethode und keine Wunschpreise, um den Auftrag zu gewinnen.
  • Marketingstrategie: Professionelle Fotos, 3D-Grundrisse und Exposés mit konkreten Angaben sind heute Standard. Handyfotos und lückenhafte Beschreibungen sind ein schlechtes Zeichen.
  • Vertragslaufzeit: Übliche Alleinaufträge laufen drei bis sechs Monate. Längere Bindungen ohne Kündigungsrecht sollten hinterfragt werden.
  • Kommunikation: Erreichbarkeit und regelmäßiges Feedback über Besichtigungsreaktionen und Marktlage sind entscheidend für Vertrauen.

Es empfiehlt sich, mindestens zwei bis drei Makler zu vergleichen, bevor ein Auftrag erteilt wird. Das kostet etwas Zeit, kann aber bares Geld bedeuten.

Steuern und rechtliche Aspekte nicht vergessen

Wer eine Immobilie verkauft, die er weniger als zehn Jahre besessen hat und die nicht selbst bewohnt wurde, zahlt Spekulationssteuer auf den Gewinn. Der individuelle Steuersatz greift dabei auf die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, nach Abzug von Werbungskosten. Bei einem Gewinn von 80.000 Euro und einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent sind das schnell 33.600 Euro Steuerbelastung.

Ausnahmen gelten, wenn die Immobilie im Jahr des Verkaufs und den beiden vorangegangenen Kalenderjahren selbst genutzt wurde. In diesem Fall entfällt die Spekulationssteuer. Für Erbschaften und Schenkungen gelten separate Regeln, die steuerrechtliche Beratung unbedingt empfehlenswert machen.

Fazit: Vorbereitung entscheidet über den Erfolg

Ein Immobilienverkauf ist kein Spontankauf aus dem Internet. Wer ohne Vorbereitung ins Verfahren geht, riskiert Zeitverlust, unrealistische Preisvorstellungen und rechtliche Probleme. Eine fundierte Bewertung, vollständige Unterlagen und ein erfahrener lokaler Makler sind keine Garantie für den Maximalpreis, aber die besten Voraussetzungen dafür. Wer zudem die steuerlichen Aspekte frühzeitig klärt, vermeidet böse Überraschungen nach dem Notartermin.

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