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Herr Müller wohnt in einem Wohnheim für behinderte Menschen.
Herr Müller erzählt, wie es in dem Heim zugeht.
Das macht uns sehr traurig.
Herr Müller hat uns einen langen Brief geschrieben.
Der Brief hat 10 Seiten. Hier stehen einige Sätze aus dem Brief:
Ich glaube, es gibt kein Haus in ganz Deutschland, was so unmenschlich geführt wird.
Manchmal ist das Essen nicht zu genießen. Das Frühstück ist auf Marmelade und Margarine und Brot begrenzt.
So genannte Betreuerinnen achten darauf, dass man sich nicht zu viel aufs Brot schmiert.
Das Essen wir nach den Mahlzeiten immer verschlossen. Am Tag steht jedem eine Flasche Wasser zu, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeteilt wird.
Außer den Mahlzeiten, auch wenn ein Hungergefühl auftreten sollte, gibt es nichts.
Das Toilettenpapier wird auch eingeteilt.
Um 16.00 Uhr gibt es Kaffee mit Obst. Hier wird sehr darauf geachtet, dass sich keiner 2 Stück Obst nimmt.
Viele Bewohner haben Angst und gehen erst gar nicht zum Kaffee.
Wenn einer sich mal gegen was äußert oder eine Meinung vertritt gegen das Personal, dann sagt man hier immer: "Sei lieb!"
Man steht hier 24 Stunden unter Beobachtung und alles wird in den Computer eingetragen.
Manche Bewohner arbeiten in einer WfbM. Sie werden morgens mit dem Bus abgeholt und abends zurück gebracht.
Sie sind am besten dran, weil sie in der Werkstatt gutes Essen bekommen.
Das Haus liegt einsam, der nächste Ort ist 5 km entfernt.
Es gibt keine Busverbindung und man muss zu Fuß gehen.
Außer Spazierengehen bleibt einem nichts.
Arbeiten und lieb sein, anderes bleibt einem nicht.
Wo leben wir?
Wir von Mensch zuerst fragen Sie:
Wo leben Sie? Ist es bei Ihnen anders?
Bitte schreiben Sie uns einen Brief oder eine E-Mail.
Mensch zuerst
So leben wir!
Kölnische Straße 99
34119 Kassel
E-Mail: henrik.nolte@people1.de
Wir haben Herrn Müller gefragt, ob wir seinen Brief im Internet zeigen dürfen. Das hat uns Herr Müller erlaubt.
Herr Müller heißt in Wirklichkeit anders. Er möchte aber nicht, dass wir seinen Namen nennen. Darum nennen wir ihn Herr Müller.
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